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Klimaplan

Der Klimaplan des Kantons Wallis besteht aus 80 Leitmaßnahmen.

Der Klimaplan stellt die Klimastrategie des Kantons dar. Die darin aufgeführten Massnahmen zielen darauf ab, die Treibhausgasemissionen zu senken (Reduktionsziele) und/oder die Bevölkerung, die Umwelt und Güter vor den Folgen des Klimawandels zu schützen (Anpassungsziele).

Der Klimaplan definiert die Klimasituation, die sektoriellen Ziele, die wichtigsten Massnahmen und die Ressourcen, die zur Umsetzung der kantonalen Klimapolitik benötigt werden. Aufgebaut ist der Plan auf sieben strategischen Handlungsbereichen:

Wie sieht der Klimaplan aus?

Reduktionsziele

Der Kanton Wallis hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 eine CO2-Neutralität anzustreben. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden sektorale Reduktionsziele für strategische Bereiche wie Mobilität, Gebäude und Industrie festgelegt.

Diesen zufolge müssen die direkten Treibhausgasemissionen in diesen Bereichen bis 2040 um 80% gesenkt werden. Im Bereich Mobilität stehen insbesondere der motorisierte Individualverkehr im Fokus, der in Zukunft zur Hälfte elektrisch fahren soll, sowie über die Erhöhung des öV-Anteils von 22% auf 30%. Im Bereich Gebäude soll die jährliche Renovations- und Sanierungsquote für Privatgebäude auf 3% gesteigert und der Energieverbrauch der Haushalte um 30% gesenkt werden. Die für die Industrie formulierten Ziele bestehen darin, den Anteil an erneuerbarer Energie auf 50% zu erhöhen und den Energieverbrauch um 10% zu senken. Beim Bereich Ernährung wird das Ziel verfolgt, die direkten und indirekten CO2-Emissionen bis 2040 um 75% zu senken, indem auf kurze Beschaffungswege und kohlenstoffarme landwirtschaftliche Praktiken gesetzt wird.

Die gesamten Reduktionsziele können hier eingesehen werden.

Anpassungsziele

Der Kanton Wallis will die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken vermindern, die Bevölkerung, die Güter und die natürlichen Ressourcen schützen und die Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt erhöhen. Unter den sektoriellen Anpassungszielen finden sich die integrierte Wald- und Wasserbewirtschaftung, der Erhalt der landwirtschaftlichen Produktivität oder auch die Resilienz des Tourismussektors.

Die gesamten Anpassungsziele können hier eingesehen werden.

80 Kernmassnahmen

Zur Realisierung dieser Ziele enthält der Klimaplan 80 Kernmassnahmen für die Zeitspanne 2024–2026. Während einige dieser Massnahmen neu sind, bestehen andere aus der Anpassung von bereits bekannten Praktiken.

Unter anderem zielen die Massnahmen darauf ab, den Langsamverkehr zu fördern, die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, Kulturen zu fördern, die die Bodenqualität erhalten, die Energiesanierung des Gebäudeparks zu beschleunigen, die Solarenergie auszubauen, das Monitoring von Naturgefahren zu verstärken und eine CO2-arme Agrarproduktion zu unterstützen. Sie können hier eingesehen werden.

Vervollständigt werden die sieben strategischen Handlungsbereiche des Klimaplans durch transversale Massnahmen, welche den Übergang zu nachhaltigeren Lebensweisen unterstützen sollen. Dazu gehören die Governance, die Kreislaufwirtschaft, die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die Bildung und die Kommunikation.

Klimaplan Wallis
Klimaplan Wallis

Partizipativer Prozess

Der Plan ist das Ergebnis eines partizipativen Prozesses, in den die Wirtschaft, die Bürger- und Konsumentenverbände, die Bildung und Forschung sowie die Regionen miteinbezogen wurden. Seine Umsetzung bedingt ein starkes Engagement sämtlicher Akteurinnen und Akteure. Wollen wir die Klimawende schaffen, ist die Mitwirkung von Gemeinden, Unternehmen, Verbänden, der Politik und der Bevölkerung unabdingbar.

Finanzierung

Der Gesetzesentwurf gibt dem Kanton die finanziellen Mittel, die für die Umsetzung des Klimaplans nötig sind und sieht auch Finanzhilfen für Dritte vor für die Planung und Umsetzung von Massnahmen zur Erreichung der Klimaziele. Die Massnahmen und konkreten Aktionen sollen grösstenteils über das ordentliche Budget des Staates finanziert, und zwar ohne neue Abgaben oder Steuern.

Zu den 250 Millionen Franken, die heute bereits jährlich in die Klimapolitik investiert werden, sind zusätzliche Investitionen in der Grössenordnung von 70 Millionen Franken pro Jahr über den Zeitraum 2024 bis 2026 geplant.

Zur Finanzierung grösserer und in der Regel zeitlicher begrenzter Projekte schlägt der Staatsrat die Bildung einer Klimareserve vor. Die anfängliche Dotierung mit einem Betrag von 150 Millionen Franken soll der finanzpolitischen Reserve entnommen werden. Diese Klimareserve wird es dem Kanton ermöglichen, rasch auf die Erreichung der Klimaziele hinzuarbeiten.

Mehr Informationen www.vs.ch/klima

Foto: © Laurence Piaget, FDDM