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Grosse Solaranlagen

Tests zur Bewertung des winterlichen Energieertrags von großen Photovoltaikanlagen, die im Wallis geplant sind.

Die geplanten großen Photovoltaikanlagen in den Höhenlagen sollen im Winter mehr erneuerbare Energie erzeugen. In Tests werden ihre Energieausbeute im Winter und ihre strukturelle Widerstandsfähigkeit gegen das Bergwetter bewertet.

Im Wallis werden derzeit mehrere Projekte für große Photovoltaikanlagen geprüft. Dabei handelt es sich insbesondere um die Projekte Gondo und Grengiols. Ziel ist es, dort in im Winter gut besonnten Gebieten Solarparks zu errichten, um in Zeiten hoher Stromnachfrage erneuerbare Energie zu erzeugen.

Um die Energieeffizienz der geplanten Anlagen im Winter sowie ihre strukturelle Widerstandsfähigkeit gegenüber den Wetterbedingungen in den Bergen beurteilen zu können, müssen Tests durchgeführt werden. Auf Beschluss des Staatsrats können sie bis zum Inkrafttreten der entsprechenden Bundesbestimmungen von der Baubewilligungspflicht befreit werden.

Die Testgebäude und -anlagen dürfen grundsätzlich nicht an das Stromnetz angeschlossen werden. Die Gebäude und Anlagen dürfen zudem nicht auf Fruchtfolgeflächen, in Mooren und Moorlandschaften, Biotopen von nationaler Bedeutung oder in Wasser- und Zugvogelreservaten errichtet werden. Sie dürfen ebenfalls nicht in einer Zone mit hoher Gefährdung errichtet werden.

Am Ende der Testphase muss der Standort in den Ausgangszustand zurückversetzt werden, wobei keine umweltschädlichen Elemente zurückbleiben dürfen. Die gesammelten Daten werden an den Kanton weitergeleitet, damit auch er sie nutzen kann.

Eine Antwort auf die Gefahr einer Stromknappheit

Die Stromversorgung der Schweiz ist derzeit gesichert, doch verschiedene Faktoren (eingeschränkte Verfügbarkeit der Kernkraftwerke in Frankreich, Krieg in der Ukraine, Dürre) führen zu Spannungen auf den Gas- und Strommärkten. Das Risiko einer Stromknappheit ist real geworden. Um dieses Risiko zu begrenzen, führte die Bundesversammlung am 30. September 2022 eine dringliche Übergangsbestimmung für die Stromerzeugung aus großen Photovoltaikanlagen ein.

Ziel ist es, rasch über grosse Photovoltaikanlagen zu verfügen, die jährlich mindestens 10 GWh produzieren. Dabei müssen mindestens 500 kWh pro 1 kW installierter Leistung aus Winterproduktion stammen. Bis gesamtschweizerisch eine jährliche Gesamtproduktion von maximal 2 TWh erreicht wird, ist der Bedarf für diese grossen Photovoltaikanlagen nachgewiesen und sie unterliegen nicht der Planungspflicht. Der Bau grosser Photovoltaikanlagen wurde zum nationalen Interesse erklärt. Dieses hat grundsätzlich Vorrang vor anderen nationalen, regionalen und lokalen Interessen. Der Bund unterstützt das proaktive Vorgehen der Kantone.